Auch in der Zahnheilkunde nehmen Katzen eine Sonderposition ein. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen leiden etwa 80 % aller Katzen an behandlungsbedürftigen Zahnerkankungen und manche dieser Zahn- und Mundhöhlenerkrankungen sind außerordentlich schmerzhaft. Insbesondere die hochgradige Entzündung des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut, die Feline Chronische Gingivo Stomatitis (FCGS), ist für unsere Katzenpatienten so schmerzhaft, dass das Allgemeinbefinden hochgradig beeinträchtigt ist.

Das spezielle Verhaltensmuster der Katze führt jedoch dazu, dass die Tiere sich lediglich zurückziehen und die Schmerzen nicht offenkundig zeigen. Deshalb dauert es bei manchen Katzen sehr lange, bis sie einem Tierarzt vorgestellt werden. Die Behandlung ist komplex und besteht je nach Ursache aus verschiedenen Therapieeinheiten – immer müssen jedoch erkrankte Zähne extrahiert werden. Das Dentalröntgen ist auch hier eine wichtige Voraussetzung für die Abklärung dieser Patienten. Wichtig im Zusammenhang mit dieser Erkrankung ist auch eine vollständige Abklärung des Immunstatus durch eine Blutuntersuchung. Wir empfehlen ebenfalls die Untersuchung aller wichtigen Viruserkrankungen (FeLV, FIV und FIP) und den Erkrankungen, die die Mund-, Nasen- und Kieferhöhlen (Atemwegsprofile inkl. Herpes-, Caliciviren) betreffen.

Gerade bei Katzen sehen wir häufig sogenannte Zahnresorptionen (FORL = Feline odontoklastische Resorptionen -ältere Bezeichnung, RL = Resorptive Läsionen oder TR = Tooth Resorption -heutige Bezeichnungen) mit Auflösung der Zahn- und/oder Wurzelsubstanz. Diese Veränderungen sind ebenfalls oft sehr schmerzhaft und die Extraktion betroffener Zähne ist nach jetzigem Wissensstand unumgänglich. Das Fehlen von Zähnen stört die Katzen erfahrungsgemäß wenig, während eine Beeinträchtigung durch Entzündungen und Schmerzen in der Mundhöhle erheblich ist.